Freitag, 7., bis Sonntag, 23. April

Hermann Josef Hack - Erdsicht
Skulpturen zum Status Quo

Der Siegburger Künstler Hermann Josef Hack zeigt erstmals seine Skulpturen aus Keramik in der Kunst- und Ausstellungshalle in Siegburg. Die Figuren und Szenen im Format der früher als Nippesfigürchen bekannten Zimmerschmuckstücke zeigen die Welt der Hackschen Bilderfindungen in der dritten Dimension. Im Gegensatz zum unscheinbaren und harmlosen Format stehen die Inhalte. Wie in Hacks Bildern geht es um nicht weniger als die sozialen Auswirkungen der aktuellen beziehungsweise der bevorstehenden globalen Veränderungen. Brotpanzer unter dem Brandenburger Tor und Weckmanndemos richten das Augenmerk nicht ohne Augenzwinkern auf den sich wandelnden Planeten. Der Titel "Erdsicht" spielt einerseits mit dem Material Ton, das der Erde entspringt und für das Siegburg im Mittelalter international bekannt war, anderseits mit Hacks Blick auf die globale Situation.


 

"Angesichts der zunehmenden globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Migration, Bevölkerungszuwachs und Ressourcenverknappung gibt es zwei Möglichkeiten: sich einmauern und auf Kosten anderer nur für sich sorgen oder als Weltbürger gemeinsam mit allen grenzübergreifend die Probleme angehen," so Hack, "wer glaubt, man könne sich durch Abkapseln und den Rückzug in die nationale Kuschelecke vor den Problemen retten, verschenkt wertvolle Zeit, die am Ende fehlt, um gemeinsam zu überleben. Meine Arbeiten sind nur kleine Beiträge. Sie wollen anregen, sich an einem globalen Brainstorming zu beteiligen."



Die Ausstellung der Keramikskulpturen wird umrahmt von einigen kleinformatigen Bildern auf Zeltplane, die in den letzten Monaten entstanden sind.